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Textvorlagen für Maklerantworten: Vorlage schlägt Bauchgefühl

Achtzig Prozent deiner Antworten sind Varianten von sechs Texten. Wer sie vorbereitet hat, antwortet in Minuten statt Stunden.

Tobias Troendle · Immobilienmakler in Stuttgart, Gründer von Portalist
2 Min. Lesezeit

Der häufigste Grund für eine späte Antwort ist nicht Zeitmangel, sondern die leere Seite. Man weiß, dass man antworten sollte, hat aber gerade keinen Kopf dafür, den Text zu formulieren – also verschiebt man es. Und dann kommt der Alltag.

Vorlagen lösen genau dieses Problem. Nicht, weil sie Zeit sparen, sondern weil sie die Hürde wegnehmen.

Die sechs Vorlagen, die jedes Büro braucht

1. Erstantwort auf eine Portalanfrage. Objekt verfügbar, zwei Terminvorschläge, eine Qualifizierungsfrage.

2. Terminbestätigung. Adresse, Uhrzeit, Klingelschild, Parkhinweis, Handynummer für den Fall der Verspätung. Klingt banal, spart aber die häufigsten Rückfragen.

3. Nachfassen nach der Besichtigung. Kurz, mit offener Tür.

4. Absage an Interessenten, wenn verkauft ist. Freundlich, mit Angebot, in Kontakt zu bleiben.

5. Unterlagenversand. Grundriss, Energieausweis, Hausgeld – mit Hinweis, was noch fehlt und wann es kommt.

6. Eingangsbestätigung außerhalb der Bürozeit. Zwei Sätze, die einen Abend retten.

Mit diesen sechs deckst du den überwiegenden Teil deiner täglichen Korrespondenz ab.

Wie Vorlagen persönlich bleiben

Der berechtigte Einwand lautet: Vorlagen klingen nach Vorlage. Das stimmt – wenn man sie unverändert verschickt. Drei Regeln verhindern das:

Die erste Zeile ist immer individuell. Ein Satz, der zeigt, dass du gelesen hast, worum es geht. „Sie hatten nach dem Baujahr der Heizung gefragt" ist schon genug.

Konkrete Details statt Platzhalter. Nicht „das Objekt", sondern „die Dreizimmerwohnung in der Ludwigstraße". Nicht „zeitnah", sondern „Donnerstag 16:20 Uhr".

Der Ton bleibt deiner. Wenn du normalerweise „Beste Grüße" schreibst, schreib das auch in der Vorlage. Vorlagen, die anders klingen als du, benutzt du nicht.

Eine Vorlage zum Übernehmen

Die wichtigste – die Erstantwort:

Guten Tag [Name], vielen Dank für Ihre Anfrage zur [Objektbezeichnung]. Die Wohnung ist noch verfügbar. Für eine Besichtigung hätte ich [Termin 1] oder [Termin 2] frei – passt Ihnen einer der beiden? Damit ich den Termin gut vorbereiten kann: Haben Sie die Finanzierung schon mit Ihrer Bank besprochen, und gibt es einen Zeitpunkt, zu dem der Einzug klappen sollte? Beste Grüße [Name]

Vier Zeilen, dreißig Sekunden Anpassung, und der Vorgang ist in Bewegung. Warum die zwei konkreten Terminvorschläge so viel ausmachen, steht in Besichtigungstermine vereinbaren.

Wo Vorlagen liegen sollten

Nicht in einem Word-Dokument auf dem Desktop. Was du unterwegs nicht in zehn Sekunden findest, benutzt du nicht.

Praktikable Orte: die Textbaustein-Funktion deines Mailprogramms, die Kurzbefehle deines Handys (iOS: Einstellungen → Tastatur → Textersetzung) oder eine Software, die sie beim Antworten anbietet. Der beste Ort ist der, an dem du gerade schreibst.

Wo Vorlagen aufhören

Bei allem, was schiefgeht, hört die Vorlage auf. Eine Beschwerde, ein geplatzter Notartermin, ein Eigentümer, der unzufrieden ist – das schreibst du selbst, und zwar sorgfältig.

Vorlagen sind für die achtzig Prozent Routine da, damit du für die zwanzig Prozent, auf die es ankommt, Zeit und Kopf frei hast.

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