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Software fürs Maklerbüro: was du wirklich brauchst

Die meisten Maklerbüros haben zu viel Software und zu wenig Ordnung. Ein nüchterner Überblick, was welche Kategorie leistet.

Tobias Troendle · Immobilienmakler in Stuttgart, Gründer von Portalist
3 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet: Ein Maklerbüro braucht ein geschäftliches Postfach mit Kalender, eine Objektliste, ein Wiedervorlagesystem, Buchhaltung und eine digitale Signatur. Alles Weitere sollte ein konkret benennbares Problem lösen. Die entscheidende Frage vor jeder Auswahl ist nicht, welche Software man kauft, sondern was gerade verloren geht.

Die Frage „Welche Software brauche ich als Makler?" wird fast immer zu früh gestellt. Die richtige erste Frage lautet: Was geht bei mir gerade verloren?

Denn Software löst kein Problem, das man nicht benennen kann. Sie fügt dann nur eine weitere Stelle hinzu, an der Dinge liegen bleiben.

Die Kategorien im Überblick

Maklersoftware im klassischen Sinn (Objektverwaltung). onOffice, Propstack, FlowFact, estateOffice und andere. Kernfunktion: Objekte und Kontakte verwalten, Exposés erzeugen, Portale bespielen. Stärke: Sie beherrschen den Vermarktungsablauf. Schwäche: Sie leben davon, dass jemand Daten pflegt.

Postfach und Kalender. Gmail oder Microsoft 365. Das ist bei den meisten Maklern der Ort, an dem das Geschäft tatsächlich stattfindet – und die am wenigsten bewusst organisierte Stelle. Siehe Das E-Mail-Postfach als Zentrale.

Assistenzsysteme. Neuere Kategorie: Software, die aus dem, was ohnehin passiert – Mails, Anrufe, Nachrichten, Sprachnotizen – die Vorgänge und Aufgaben ableitet, statt Eingabemasken bereitzustellen. Siehe KI im Maklerbüro.

Fachwerkzeuge. Bewertungstools, Grundrisssoftware, Bildbearbeitung, digitale Signatur, Buchhaltung. Punktuell nützlich, unkritisch in der Auswahl.

Eine Gegenüberstellung der vier Kategorien mit Kosten und Eignung steht im Maklersoftware-Vergleich.

Die Frage, die vor der Auswahl steht

Sieh dir eine Woche lang an, wo bei dir tatsächlich Zeit und Geschäft verloren gehen. In den meisten Büros ist es eines von drei Dingen:

1. Anfragen, die nicht oder zu spät beantwortet werden. Dann brauchst du keine Objektverwaltung, sondern einen besseren Ablauf im Postfach – siehe Anfragen richtig bearbeiten.

2. Zusagen, die vergessen werden. Dann brauchst du ein Wiedervorlagesystem, siehe Aufgaben und Wiedervorlagen.

3. Wissen, das nur in deinem Kopf existiert. Dann brauchst du einen Ort für Notizen, der zum Kontakt gehört, nicht zum Postfach.

Erst wenn du weißt, welches der drei Probleme dich am meisten kostet, ist die Softwarefrage sinnvoll zu beantworten.

Woran du gute von schlechter Software unterscheidest

Nach ein paar Jahren im Beruf ist die Liste kurz:

Entsteht der Wert ohne Dateneingabe? Jedes System, das erst nützlich wird, wenn man es zwei Wochen gefüttert hat, schläft im Makleralltag ein. Der Test: Ist das System am ersten Tag nützlich, ohne dass ich etwas eingetippt habe?

Funktioniert es unterwegs? Der Makleralltag findet im Auto, im Treppenhaus und zwischen Terminen statt. Software, die einen Schreibtisch voraussetzt, wird nur am Schreibtisch benutzt – und dort passiert das Wenigste.

Was passiert bei einer Unterbrechung? Ein guter Test ist die Woche mit drei Notarterminen und einer Erkältung. Systeme, die Disziplin voraussetzen, überleben solche Wochen nicht.

Kann ich meine Daten wieder rausholen? Vollständiger Export, in einem lesbaren Format, ohne Zusatzkosten. Wer das nicht garantiert, verkauft eine Einbahnstraße.

Wo werden die Daten verarbeitet, und was passiert mit den Inhalten? Siehe Datensicherheit.

Was du nicht brauchst

Mehr Funktionen. Die meisten Maklerbüros nutzen einen kleinen Teil dessen, was ihre Software kann. Ein größeres Paket löst kein Nutzungsproblem.

Ein zweites System für dasselbe. Wenn Kontakte in der Objektverwaltung stehen und Termine im Kalender und Notizen im Handy, ist das Problem nicht der fehlende vierte Ort.

Eine Lösung für den Fall, dass das Büro auf zehn Personen wächst. Kauf für heute. Der Wechsel in drei Jahren ist billiger als drei Jahre unnötige Komplexität.

Die realistische Ausstattung eines Ein-Personen-Büros

  • Postfach und Kalender (Microsoft 365 oder Google Workspace)
  • Eine Objektliste – entweder in einer Maklersoftware oder, bei wenigen Objekten, schlanker
  • Ein Wiedervorlagesystem, das auch unterwegs funktioniert
  • Buchhaltung
  • Digitale Signatur

Das war es. Alles Weitere sollte ein konkretes Problem lösen, das du benennen kannst.

Was das kostet, steht in Maklersoftware Kosten. Ob es auch ohne klassische Objektverwaltung geht, in Ohne CRM arbeiten.

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